Visualisierungs- und Warnsystem für Überschwemmungen

Herausforderung:

Extreme Wetterereignisse werden in Zukunft häufiger und führen zu zahlreichen Überläufen von ungereinigtem Abwasser direkt in Oberflächengewässer. Überschwemmungen treten typischerweise in alten städtischen Gebieten mit einem gemeinsamen Kanalsystem auf: Dort werden Abwasser und Regenwasser in derselben Abflussleitung gesammelt.

Bei starken Regenfälle können die Wassermengen die Kapazität des Abwassernetzes überlasten. Dann kann es zu einem Überlauf von ungereinigtem Abwasser in die Umgebung kommen, ehe das Abwasser die Kläranlage erreicht. Dies liegt daran, dass das dänische Kanalsystem nicht für die heutigen Herausforderungen mit extremen Niederschlägen ausgelegt ist.

Ein Überlauf tritt auf, wenn im Abwassersystem kein Platz ist, um die großen Wassermengen zu bewältigen, die bei großen Wolkenbrüchen auftreten. Diese Herausforderung lässt sich nicht durch die Dimensionierung der Kanalrohre lösen. Dadurch verlagert sich das Problem einfach auf die Kläranlage, die ebenfalls für eine bestimmte maximale Wassermenge dimensioniert ist.

Wie können Versorgungsunternehmen also bei Überschwemmungen besser damit umgehen, dass diese die Umwelt möglichst wenig beeinträchtigen und die Bürgerinnen und Bürger so wenig wie möglich belästigen? Das ist die Herausforderung, der sich diese Innovationskooperation widmet.

Lösung:

Middelfart Spildevand arbeitet mit zwei Unternehmen, WASYS und Kalb Aps, sowie mit der Universität Süddänemark und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zusammen, um Daten zu prüfen und ein Kommunikationsmodell zu erstellen, das Überläufe nach dem Risiko von Umweltauswirkungen kategorisiert, damit die Bürger leichter verstehen können, welche Maßnahmen von den Versorgungsunternehmen ergriffen werden.

Eine völlige Vermeidung von Überläufen käme die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen teuer zu stehen, da sie den Bau neuer und größerer Abwasserkanäle erfordern würde. Daher ist es wichtig, den Bürgern die Kosten und Lösungen der Versorgungsunternehmen mitzuteilen.

Ergebnisse:

Die Partner haben ein Modell entwickelt, das verwendet werden kann, um zu kommunizieren, wann und wo es zu Überläufen im Kanalnetz kommt und welche Auswirkungen dies hat. Das bedeutet, dass Bürgerinnen und Bürger im Falle eines Überlaufereignisses auf der Website der Abwasserversorgung leicht sehen können, ob eine Überschwemmung vorliegt, welche Umweltauswirkungen diese hat und welche Maßnahmen die Abwasserversorgung eingeleitet hat.

Das Modell schafft eine größere Verbindung zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und dem Versorgungsunternehmen, da größere Überschwemmungsereignisse laut ausgesprochen und nicht vor der Versorgungsseite verborgen werden. Gleichzeitig können das Modell und die Daten aus der Zusammenarbeit Politikerinnen und Politikern einen Überblick darüber geben, wie bestimmte Probleme innerhalb von Wasserabflusseinzugsgebieten in ihrer Gemeinde priorisiert werden können.

Dauer:

Die Zusammenarbeit lief vom 1.4.2021 bis 1.7.2022

Partner der Zusammenarbeit:

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Kontaktieren Sie Professor Per Freytag unter

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Lesen Sie den Hintergrundbericht für Kooperationen (nur auf Dänisch)

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